Was Mogen Frauen In Einer Beziehung

Viele Männer fühlen sich davon überfordert, denn was in dem Allerlei fehlt, sind verbindliche Ideale — und das nagt am Selbstverständnis. Zwischen Softie und Macho ist heute alles drin. Schon seit Jahren würden die Männer weicher und emotionaler. Grund sind die sich wandelnden Anforderungen in der Gesellschaft und nicht zuletzt veränderte Wünsche der Frauen. Trotzdem bleibe bei ihnen das Bedürfnis nach spürbarer Männlichkeit: Trotz immer weicherer Männer hat Zukunftsforscher Wenzel eine Rückbesinnung auf den maskulinen Mann ausgemacht.

Der ist spätestens in Gestalt des aktuellen James Bond — Daniel Craig — auf den Plan getreten. Und Neu-Bond Craig sei kein stilvoller Flaneur und kein selbstironischer Gentleman-Brite, sondern ein Action-Held aus Fleisch und Blut. Anzeige Dumm ist da nur, dass nicht jeder Mann im Dienste der Majestät unterwegs ist, sondern meist auf dem schmalen Grat zwischen perfektem Liebhaber, Super-Vater, Versorger, Klempner und Koch wandelt.

Da liegt der Gedanke nahe, nicht immer nur nett zu sein. Das ist durchaus erlaubt, findet Jan Schaumann. Mit völliger Wahllosigkeit beim Benehmen sollte das aber nicht einhergehen. Aber es ist schon wahr, der erste Eindruck zählt einfach mal. Die ersten Minuten treffen bereits Entscheidungen. Nach der ersten halben Stunde eines Dates ist dann spätestens klar, ob man sich mit einer Frau eine Beziehung vorstellen kann - oder eben nicht. Man könnte jetzt natürlich einwenden, dass diese Haltung ja sehr oberflächlich ist.

Man kann sich doch darauf einlassen und sich über einen längeren Zeitraum ansehen, wie sich die Dinge entwickeln. Das klingt natürlich alles sehr schön, aber mit der Realität hat das nicht zu tun. Es sei denn, man ist verzweifelt und befürchtet, keine Frau mehr abzukriegen. Die Frage ist nur, wie man sich verhält, wenn es einem dann klar ist, dass sie eben nicht die Richtige ist.

Wenn ich beispielsweise spüre, dass es nicht passt, habe ich spätestens nach dem dritten Treffen ein so scheinheiliges Gefühl, dass es nicht mehr zu einem vierten kommt. Einige werden jetzt einwenden, warum es dann überhaupt zu einem zweiten Treffen gekommen ist. Ich werde jetzt einfach mal aufrichtig sein, obwohl ich mir damit ins eigene Fleisch schneide.

Jede Frau, mit der man sich datet und mit der man sich keine Beziehung vorstellen kann, ist trotzdem noch eine potentielle Sexpartnerin. Es sei denn, sie verschreckt einen so sehr, dass man lieber Abstand nimmt, weil man das Gefühl hat, eine unberechenbare Psychopathin in sein Leben zu lassen - wie im Film "Eine verhängnisvolle Affäre".

Und unter uns, den meisten Frauen kommt das sicherlich bekannt vor. So sehr unterscheiden sich die Geschlechter gar nicht. Nur die Gründe sind unterschiedlich. Männer wollen Sex, Frauen gefällt das Gefühl, begehrt zu werden. Und das Gefühl, aussichtslos begehrt zu werden, gefällt ihnen sogar noch wesentlich besser. Ach ja, dann gibt es natürlich diese Situationen, in denen man betrunken um vier Uhr morgens eine Frau in einem Club kennenlernt.


"Frauen wollen einen Mann, der sie führt"